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February 3
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+PREVIEW_GERMAN+ Dangerous Detour: The Old World

by *JarylGaren

Prolog

Mit langsamen Schritten erreichen wir endlich den Ausgang dieser Höhle, das helle Sonnenlicht blendet uns für einen kurzen Moment.
„Na endlich...", murmele ich, ein entspanntes Lächeln kann ich mir nicht verkneifen, als ich die Höhle verlasse und in die Ferne blicke. Hinter uns befindet sich natürlich die Gebirgskette, durch die wir ja eben quer durch diese Höhle gegangen sind, vor uns eröffnet sich uns eine weite Graslandschaft, auf der sich ein paar leichte Hügel, große und kleine Steine und einige Bäume befinden, ein Weg führt vom Höhlenausgang weg bis hin zu einem recht kleinen Dorf in der Nähe. Jin kommt ein paar Sekunden später ebenfalls heraus. Er ist übrigens ein um die 5 Jahre alter Drachenjunge. Seine Schuppenfarbe ist hellgrün, von seinem Unterkiefer an über seine Brust und seinem Bauch bis zu seiner Schweifspitze hin sind sie aber orangefarben, seine Flügel sind ebenfalls orangefarben. Auf seinem Kopf hat er zwei große, weiße Hörner, seine Augenfarbe ist ein helleres Schwarz. Jin trägt als Kleidung lediglich ein leichtes, braunes Stoffhemd, sowie eine leichte, beige Stoffhose. Der Grund, warum er mit mir reist: Ich habe ihn adoptiert. Sonst hatte er ja niemanden, der sich um ihn kümmert, da konnte ich ihn doch nicht alleine lassen.
„Ui, schau mal, Jaryl, da vorn ist eine Stadt! Schauen wir da hin?", fragt er aufgeregt.
Tja, ich bin ein 20jähriger Wolfsmann, und wie man daraus schließen kann lautet mein Name Jaryl, oder auch Jaryl Garen, um es genauer auszudrücken.
Meine Fellfarbe ist ein kräftiges Braun, als Kleidung trage ich ein blutrotes, vorne offenes Hemd, eine schwarze Hose, wo hinten durch ein Loch mein Schweif raushängt, einen Gürtel, ein Paar Lederschuhe und zwei hellrote Bandagen, die ich an meine Unterarme angebracht habe.
Ich trage übrigens noch einen weiteren Gürtel, der hab ich mir aber etwas schräger an meiner Hüfte angelegt, an ihm dran befindet sich an meiner rechten Seite eine Schwertscheide, inklusive dazugehörigem Eisenschwert, zu meiner linken Seite befindet sich ein kleiner Lederbeutel, ungefähr in der Größe meiner Handfläche. Naja, und hinter dem Beutel hab ich eine Karte vom Land befestigt, ohne solche ist man ja auf Reisen durchs Land verloren.
Zusätzlich zu meiner recht begrenzten Garderobe, die ich ja aus Mangel an anderen Alternativen jeden Tag trage, habe ich eine sehr zerzauste Frisur, die im Vergleich zu meinem Fell in einem etwas helleren Braunton gehalten ist, meine Augenfarbe ist ein recht kräftiges Rot.
„Ich will dich ja nicht enttäuschen, aber das ist ein Dorf, keine Stadt. Städte sind noch viel größer als das", erkläre ich ihm, als wir in Richtung des besagten Dorfes gehen.
„Noch viel größer als das? Ich find, das ist schon so groß, das geht wirklich noch größer?", fragt er perplex.
„Jep. Das Dorf heißt übrigens Garawar", antworte ich.
„Hehe, komischer Name. Hast du in dem Dorf da was zu tun?", meint er und blickt mich fragend an.
„Nein, wir müssen da nur weitergehen. Ich will nach Essoc, dort gibt's nämlich einen Kuriositätensammler, dem will ich etwas verkaufen", erkläre ich ihm.
„Oh, ist gut. Ach, du meinst ja sicher diese kleine, lustige Platte da, die so wie ein Drachenkopf ausschaut, oder?", fragt er weiter. Besagte Platte hab ich übrigens auf meinen Reisen gefunden. Von der Form her sieht sie auch tatsächlich so aus wie ein Drachenkopf, zusätzlich dazu sind mehrere feine Muster darauf eingraviert, was sie wertvoll erscheinen lässt. Sie besteht aus einem Material, was ich aufgrund meines recht geringen Wissens über Metalle leider nicht zuordnen kann. Ich hoffe aber stark darauf, dass wir dafür viel Geld bekommen, wir sind nämlich auf der Suche nach einem Ort, wo wir ohne Probleme leben können. Und irgendwie muss man ja schon durchs Leben kommen.
„Jupp, genau die. Vielleicht sollten wir aber trotzdem kurz in das Dorf reinschauen, ein kleiner Abstecher in ein Gasthaus oder so wär vielleicht nicht schlecht", schlage ich vor.
„Ist gut, ich hab eh Hunger", meint Jin erfreut.
Wenige Minuten später sind wir in Garawar angekommen. Es ist genau so, wie man es sich von einem ruhigen Dorf erwartet, nicht viel los auf den Wegen und eine freundliche, angenehme Atmosphäre herrscht hier überwiegend vor. Das Gasthaus ist sehr leicht zu finden, wir beide betreten es ohne Umschweife.
Es ist recht klein, gemäß der Anzahl der Stühle hier haben gerademal um die 20 Leute Platz. Wir haben aber dennoch einen Tisch gefunden, an den wir uns setzen, unser Essen haben wir uns schon geholt und bezahlt, wir verspeisen es gerade.
„Konnten ja gerade mal von Glück reden, dass uns diese Viecher nicht erledigt haben", murmelt jemand, als er, ein jugendlich wirkender Dalmatinermann, und zwei andere Leute, eine ebenso jugendlich aussehende Echsendame und ein etwas älterer Rattenmann, an den Nebentisch setzen. Ihre Ausrüstung ist von überraschend hoher Qualität, zwar mit mehreren großen und kleinen Kratzern und Dellen drin, aber dennoch ziemlich gut. Entweder haben sie die von irgendwo geklaut, oder sie sind einfach reich, aber anders könnte ich mir nicht erklären, woher die so gute Waffen und Stahlrüstungen haben. Ich werde auf die drei aufmerksam, wenn auch nur, um herauszufinden, um welche ‚Viecher' es sich genau handelt.
„Tja, selber schuld, wenn man einfach so in eine unbekannte Höhle reinläuft, ohne zuerst die eigene Ausrüstung zu kontrollieren, um dann mitten im Kampf auf einmal die Panik zu schieben, weil einem die Pfeile ausgegangen sind", spricht die Echsenfrau mit einem vorwurfsvollen Unterton in der Stimme.
„Jetzt ist's ja schon gut! Herr Gott noch eins, musst du mir das jetzt auf alle Ewigkeiten nachhalten???", knurrt der Dalmatinermann zurück.
„Wir haben's immerhin geschafft, die Höhle zu verlassen, auch wenn die im Endeffekt nur zu einer Sackgasse geführt hat", meint der Rattenmann etwas abwesend.
„Stimmt...", murmelt die Echsendame, ehe sie ein anderes Gesprächsthema beginnt: „Aber gut, dass wir es gerade noch aus Essoc geschafft haben. Bei der Scheiße, die dort grad am Dampfen ist, bin ich froh, dass wir da weg sind..."
Na herrlich, das klingt ja nicht sehr schön...
„Erinner' mich nicht daran... was ist überhaupt mit diesen Drachen-Piefkes los, dass diese Arschlöcher auf einmal überall hier auftauchen und einen auf Krieg machen???", zetert der Dalmatinermann.
„Jaryl, weißt du da Bescheid?", fragt Jin mich flüsternd, etwas erschrocken über die harsche Wortwahl des Dalmatiners. Ich kann ihm da als Antwort leider nur ein Kopfschütteln geben.
„Hören wir lieber auf, darüber zu reden, wir haben's überstanden, das zählt", schlägt der Rattenmann vor, die anderen beiden stimmen ihm zu und holen sich darauf was zu Essen. Jin und mich lässt diese kurze Unterhaltung aber mit einem unwohlen Gefühl in der Magengegend zurück.
„Kommt das oft vor, dass jemand einfach so Krieg anfängt?", fragt Jin weiter, er sieht doch etwas sehr eingeschüchtert aus.
„Da können viele Gründe dahinter stecken... die Gier um Macht über andere Länder, beispielsweise. Vor mehreren Jahren gab es im Westen eine Auseinandersetzung verschiedener Adelsgeschlechte und deren Länder, aber ich wüsste nichts davon, dass Drachen dort ebenfalls eine Rolle eingenommen hätten", antworte ich ihm.
„Oh... aber, du, wir gehen aber schon noch nach Essoc, oder?", fragt Jin, so, als ob er irgendwie unbedingt dort hin will.
„Hm, also wenn wir dort aufpassen, dass wir uns da in keine Schwierigkeiten begeben, dann sicher, ja. Ich wüsste ja ohnehin auch über niemand anderes Bescheid, dem ich diese Drachenkopf-Platte für viel Geld verkaufen könnte", erkläre ich ihm, aber so ganz sicher bin ich mir bei meinen Worten auch nicht. Zumal die ganze Bevölkerung aus Essoc jetzt vermutlich ziemlich schlecht auf Drachen zu sprechen sein wird... ob die wohl auch so weit gehen würden, und Jin vertreiben oder töten werden? Daran darf ich ja nicht mal denken... aber... wenn er sich mit einem Mantel vermummt, dürfte das vielleicht hinhauen. Obwohl... nein, das ist auch 'ne Scheißidee, dann werden die sicher erst recht auf ihn aufmerksam.
„Hm, ist gut...", murmelt Jin, ehe er sich wieder zu der Dreiergruppe umdreht, die sich gerade wieder an ihren Tisch gesetzt hat. Jetzt wendet er sich wieder mir zu: „Du, was meinst du, sollen wir die Mal fragen, was genau die Drachen gemacht haben und ob wir da einfach so hingeh'n können?"
„Wär vielleicht von Vorteil", antworte ich ihm leicht kopfnickend. Je mehr wir wissen, was dort vorgefallen ist, umso besser. Auch wenn ich mir bei unsrem ‚Glück' schon vorstellen könnte, dass wir uns dort lieber nicht aufhalten sollten... naja, mal schauen.
„'tschuldigung... dürfen wir ganz kurz was fragen?", macht Jin sich bei den dreien aufmerksam. Der Dalmatinerkerl lässt ein kurzes, schockiertes Quietschen von sich, als er Jin erblickt, die anderen beiden schauen ihren Freund mit verwunderten, perplexen Blicken an.
„Tut uns leid, dass wir eure Unterhaltung vorhin mitgehört haben, aber wir sind unterwegs nach Essoc. Naja, und bei dem, was ihr so erzählt habt, sind wir uns da nicht mehr sicher, ob wir dort noch hingehen sollten, wegen den Drachen und so.  Was genau haben die eigentlich dort angestellt?", frage ich die drei.
„Schon gut. Nun, was soll ich sagen, zuerst einmal haben sie mehrere Häuser abgefackelt, sowie einige der Bewohner entführt und sämtliche Wertsachen mitgehen lassen. Soweit ich das beurteilen konnte, haben sie nur reiche und adelige Geiseln genommen. Warum sie das getan haben kann ich euch aber nicht sagen, wir haben nur versucht, so schnell wie möglich von dort abzuhauen", erklärt uns der Rattenmann.
„Ich würde euch aber raten, von Essoc lieber fern zu bleiben. Die Leute dort dürften mit Sicherheit nicht sonderlich gut auf den Kleinen hier zu sprechen sein, wenn ich das mal so ausdrücken darf, auch wenn er ein Kind ist und sicherlich nicht mit den Angreifern in Verbindung steht", warnt uns die Echsendame und deutet auf Jin.
„Ich hab's mir schon gedacht... gut, dann müssen wir da wohl etwas umdisponieren. Könntet ihr uns vielleicht noch sagen, an wen wir etwas zu einem guten Preis verkaufen können? Das mit dem Kuriositätensammler in Essoc hätte sich ja jetzt wohl erledigt", frage ich weiter. Der wird wohl auch einer der Entführten sein, und selbst wenn nicht, von uns dürfte der wohl mehr nix annehmen. Geht mir das auf den Arsch...
„Hm... nun, so genau wüsste ich jetzt über keinen Bescheid...", murmelt die Echsenfrau.
„Hey, war da nicht dieser eine komische alte Knacker in Rotenfeld? Du weißt schon, der, der dir den ganzen Sack mit Geld geben wollte, nur um... dich ‚tanzen' zu sehen? Was ist mit dem? Was wollt ihr eigentlich verkaufen?", wirft der Dalmatinermann ein. Entweder bin ich einfach nur zu versaut, oder der meinte mit ‚tanzen' wirklich was anzüglicheres.
„Das hier", antworte ich, krame die Drachenkopfplatte aus meinem Beutel und zeige sie den dreien, „aber was soll so ein perverser alter Sack bitteschön damit anfangen, wenn ich das jetzt richtig verstanden hab"
„Na dann nicht, war ja nur ein Vorschlag...", murmelt der Dalmatinermann enttäuscht.
„Haben wir sowieso nicht vereinbart, dass wir über diesen Kerl nie wieder ein Wort verlieren, Mike?", knurrt die Echsendame Mike, dem Dalmatinermann, zornig zu.
„Schon gut, schon gut, reg dich nicht so auf! Gott, Jenny, was bist du immer so zickig???", fragt Mike überrascht. Also, ich kenn mich mit Frauen ja nicht wirklich aus, aber sogar ich weiß, dass das eben ein herber Fehltritt war...
„Sind die immer so?", fragt Jin den Rattenmann flüsternd.
„Ab und an...", antwortet dieser etwas kleinlaut. Nach einer kurzen Pause aber fügt er hinzu: „Auf eure vorherige Frage hin können wir euch aber leider keine Antwort geben, tut uns leid"
„Ach, verdammt... naja gut, wenn das soweit alles wäre, was wir wissen müssen, dann würd ich mal sagen, dass wir uns auf den Weg machen", deklariere ich, als ich mich von meinem Sessel erhebe.
„Einen kleinen Tipp möchte ich euch schon noch auf den Weg mitgeben: solltet ihr des Reisens einmal überdrüssig werden, könnt ihr euch doch nach Ethia begeben, einer kleinen Stadt, die weit im Süden des Landes an einer Klippe am Meer liegt. Ich war schon einmal dort, ich denke, dass sie einen Drachenjungen und einen rotäugigen Wolf sicherlich auch in ihre kleine Gemeinschaft aufnehmen würden", erklärt uns der Rattenmann. Öh... gut... zu wissen, danke. Keine Ahnung, wie der jetzt darauf kommt, da ich ihnen gegenüber mit keinem einzigen Wort erwähnt habe, dass wir nach einer zukünftigen Heimat suchen... aber hey, die Info ist wirklich super!
„Äh... ja, vielen Dank. Klingt wirklich interessant. Sehen wir wirklich so nach ‚Wir sind zwei Wanderer, die einen Ort zum Leben suchen'-Leuten aus?", frage ich, immer noch etwas perplex.
„Auf mich macht ihr so einen Eindruck, ja", antwortet er.
„Miles ist eben ein Leutekenner, wisst ihr", meint Jenny, die Echsendame.
„Ui, klingt toll!", meint Jin erstaunt.
„Gut, dann wollen wir euch nicht länger stören. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder. Tschau!", verabschiede ich mich fröhlich von Mike, Jenny und Miles, Jin wünscht ihnen auch noch ein Wiedersehen, ehe wir das Gasthaus verlassen.
„Die waren aber nett, stimmt's?", fragt Jin, gesättigt und zufrieden.
„Stimmt. Die Sache mit Essoc stimmt mich zwar weiterhin noch ziemlich nachdenklich, aber wenn wir die Stadt umgehen, sollte da nix passieren", antworte ich.
„Du machst dir irgendwie zu viele Sorgen, Jaryl. Da wirst du immer so grummelig, das find ich doof", meint Jin, als er neben mir her läuft.
„Ich bin eben so, tut mir leid", antworte ich schulterzuckend.
Sonst haben wir ja in Garawar nichts vor, also verlassen wir das Dorf und reisen auf dem Wanderweg entlang, der weiter nach Osten durch ein friedliches Tal führt. Auch hier besteht die Szenerie aus grünen, hügeligen Wiesen, verschiedenen Bäumen, einem kleinen Bauernhof, dessen Gebiet von einem kleinen Zaun eingezäunt ist und einer friedlichen Atmosphäre.
„Du, Jaryl, wohin gehen wir jetzt? Nach Essoc, oder nicht doch wo anders hin?", fragt Jin neugierig, ich trage ihn nun Huckepack auf meinen Schultern.
„Du hast ja gehört, was die drei gesagt haben, also fällt Essoc flach. Rotenfeld liegt aber auf dem Weg, da könnten wir kurz Rast machen und uns dort vielleicht nach einem Käufer für die Platte umsehen. Danach könnten wir ja nach Ethia reisen, das würde sich ja direkt anbieten", erkläre ich ihm.
„Dieses Ethia ist sicher supertoll! Ich stell mir das so schön vor, mit Leuten, die uns gern haben, mit viel zu essen und trinken, das Meer ist sicher auch sehr toll", meint Jin aufgeregt. Na, da macht er sich sehr viele Hoffnungen. Ich hoffe auch, dass sich das alles bewahrheiten wird.
„Hehe, stimmt", antworte ich lächelnd.
Ich ziehe die Landkarte zur Hand, nur um zu kontrollieren, wie lange wir ungefähr noch nach Rotenfeld und Ethia brauchen.
„Hm... gut, wir werden ungefähr drei Tage nach Rotenfeld brauchen, aber von dort bis nach Ethia... puh, das dürfte schon ein oder zwei Wochen dauern, bis wir dort sind", murmele ich.
„Oha, das dauert aber lange...", meint Jin.
„Tja, ist leider so. Zwischen Rotenfeld und Ethia liegen aber noch ein paar Städte, da können wir ja Rast machen", meine ich.
Die weitere Zeit des Wanderns vertreiben wir uns mit kleinen Gesprächen, wo wir darüber sprechen, wie dieses Ethia wohl sein wird, oder wie viel Geld wir wohl für diese Platte kriegen werden.
Ein großes Gebüsch fängt in der Nähe von uns an zu rascheln, auch liegt der Geruch von Monstern in der Luft. Naja, zumindest von einem Monster.
„Keine ruckartigen Bewegungen...", knurre ich, als ich Jin langsam zu Boden lasse und ihm deute, dass er sich verstecken soll.
„Jaryl, du weißt, dass ich kämpfen kann. Behandle mich nicht wie ein kleines Baby", murmelt Jin trotzig.
„Kommt drauf an, welches Monster das ist. Wenn's eins ist, was wir nicht kennen, dann versteckst du dich, ist das klar?", befehle ich ihm streng. Er nickt leicht, worauf wir uns dem Gebüsch nähern, was so gewackelt hat, ich habe währenddessen schon mein Schwert gezogen.
Kaum sind wir einige Schritte näher, schon springt ein mehr als hüftgroßes, krötenähnliches Monster mit rosa Schuppen aus dem Gebüsch, eine sogenannte Teufelskröte. Ihre Augen sind Eisblau, die Krallen und Reißzähne des Biests sind verdammt scharf und könnten Fleisch mit Leichtigkeit zerreißen. Da die Teufelskröte eine sehr häufig vorkommende Monsterart ist, sind wir mit ihren Angriffen schon sehr vertraut, weswegen wir da keinerlei Bedenken dabei haben zu versagen.
Jin eröffnet den Kampf, indem er einen Feuerschwall in Richtung des Monsters speit. Der Angriff trifft zwar, scheint dem Vieh aber nicht wirklich was auszumachen, da es darauf in hohem Bogen schnell auf uns zuspringt und versucht, uns mit seinen Krallen zu verletzen. Glücklicherweise können wir beide dem Angriff entgehen, diese Gelegenheit packe ich beim Schopf und greife selbst an. Mein Schwert trifft die Teufelskröte an der Hüfte, Blut tropft durch die Wunde auf den Boden, die Kröte schreit kurz vor Schmerz auf, ehe sie kurz zurückweicht, ehe sie einen weiteren Angriff startet. Jin greift wieder mit seinem Feueratem an, das Vieh landet direkt in den sengenden Flammen, wodurch es Feuer fängt und sich vor Qualen krümmt.
Jetzt greife ich wieder an, dieses Mal ziele ich auf den Hals des Monsters. Mit einem Schnitt trenne ich den Kopf vom restlichen Körper des Monsters ab, beides fällt mit einem dumpfen Geräusch auf den Boden.
„Puh... war ja gar nicht so schwer! Ich frag mich, wieso diese Dinger nur so aggressiv sind...?", meint Jin, nachdem er wieder zu Atem gekommen ist. Sein Flammenatem ist zwar recht mächtig, er ist aber noch nicht ganz so geübt darin, diesen auch so zu verwenden, dass ihm nicht die Puste ausgeht.
„Wenigstens war's nur die eine... naja, da weiß niemand so richtig Bescheid darüber. Keiner hat 'ne Ahnung darüber, woher die Monster überhaupt kommen. Es heißt, dass die erst vor ein paar Jahren aufgetaucht sind, sogar damals sollen die schon höchst aggressiv uns gegenüber gewesen sein, und das zu dem Punkt, wo diese Biester komplett ohne Provokation auf jeden von uns losgehen, der ihnen in die Quere kommt", erkläre ich ihm.  
„Höh? Das klingt aber komisch...", murmelt Jin.
„In der Tat...", murmele ich sehr besorgt, als wir unseren Weg fortsetzen.

Nach ungefähr drei Tagen ist Rotenfeld nur noch Stunde lang von uns entfernt, die Sonne fängt auch schon so langsam an, unterzugehen. Was sich sehr gut trifft, da wir beide schon einen Mordshunger haben und verdammt müde sind...
„Gott sei Dank...", ächzt Jin erschöpft, als wir die Stadt erreichen und geradewegs auf ein Gasthaus zusteuern und es betreten.
„Ja leck mich doch... Jaryl???", hören wir auf einmal eine mir sehr bekannte Frauenstimme rufen. Diese kommt von einer Pantherfrau, sie ist ein paar Jahre älter als ich. Sie trägt eher leichte, an einigen Stellen zerrissene Stoffkleidung, einen schwarzen Ledergürtel, an dem sie einen Säbel befestigt hat, ihre Frisur bedeckt sie mit einem Kopftuch, welches sie am Hinterkopf zusammengeknotet hat, im Endeffekt sieht sie so wie eine Piratin aus. Ihr Fell ist schwarz und ihre Augenfarbe ein helles Grün.
Sie stapft hocherfreut zu mir, Jin schaut währenddessen verwirrt zwischen mir und der Pantherdame hin und her, auch ein paar wenige der Anwesenden des Gasthauses hier schauen schon zu uns rüber. Keine Ahnung, ob es mehr der Schock oder die Überraschung war, gerade sie lebend hier anzutreffen, also bleibe ich still stehen, einen eher undefinierbaren Ausdruck in meinem Gesicht hab ich auch aufgelegt. Ich würde meinen, das wäre eine schöne Mischung aus, naja, eben Schock und hocherfreuter Überraschung.
„Jetzt schau nicht so, ich bin's, Shelly! Du wirst mich in den zwei Jahren doch nicht etwa schon vergessen haben?", fragt sie, während sie ihren linken Arm um meine Schulter legt.
„Also bitte, dich kann man ja nicht vergessen! Ich hätte nie damit gerechnet, dich wiederzusehen, wie geht's dir?", frage ich überglücklich, den anfänglichen Schock überwunden.
„Ihr kennt euch wirklich? Woher denn, woher denn?", fragt Jin neugierig.
„Ist eine lange Geschichte. Die Kurzfassung davon ist: Wir haben uns in einer Söldnertruppe kennengelernt und sind Freunde geworden, haben uns aber einige Zeit darauf aus den Augen verloren", erkläre ich ihm, auch ich lege jetzt meinen rechten Arm um Shellys Schultern.
„Der Kleine ist ja putzig", meint Shelly, dann schaut sie mich mit einem fetten Grinsen im Gesicht an: „Na, da war wohl jemand fleißig, nicht?"
„... ich hab ihn adoptiert", antworte ich mit einer hochgehobenen Augenbraue. Würde zudem auch nicht wirklich zusammenpassen, wenn ich mit einer Drachenfrau geschlafen hätte. Erstens ist es meinem Wissen nach unmöglich, dass zwei verschiedene Rassen auf diese Art Kinder kriegen, zweitens ist Jin fünf Jahre alt und, tja, mein erstes Mal war ja vor etwa zwei Jahren.
„Achso... aber hey, ich hab mir Sorgen um dich gemacht, wir haben uns sicher viel zu erzählen", fragt sie, ihr Gesicht nimmt nun wieder etwas ernstere Züge an, als sie uns zu ihrem Tisch bringt.
„Aber zuerst mal zu dir, kleiner Mann. Wie heißt du denn, und woher kommst du?", fragt sie Jin.
„Ich bin Jin! Ich war ganz allein in einer großen Stadt, keiner hat sich um mich kümmern wollen. Er hat mich gefunden, er hat mir erlaubt, dass ich ihn begleite. Für mich ist er mein Papa", antwortet er.
„Das war in Eisenheim, um genauer zu sein", ergänze ich seine Erzählung.
„Wie kann man so einen lieben, kleinen Burschen denn überhaupt alleine in einer großen Stadt sich selbst überlassen? Manche Leute verdienen es einfach nicht, Kinder zu kriegen", meint Shelly empört.
„Wem sagst du das. Ich bin ja froh, dass er mir damals über den Weg gelaufen ist, und dass ich ihn mitgenommen hab", murmele ich.
„Bist ein guter Wolf. Was hast du sonst so getan? Unser Trennen war ja... doch etwas sehr abrupt", fragt sie mich.
„Naja, du erinnerst dich ja an diese Drachenkopf-Platte, richtig? Ich war die ganze Zeit unterwegs, weil ich die verkaufen will. Ursprünglich wollten Jin und ich ja nach Essoc, zu diesem einen Kuriositäten-Sammler. Blöderweise fällt der aber jetzt weg, weswegen wir nun nach Rotenfeld unterwegs sind", erzähle ich Shelly.
„Ich weiß schon, wegen der ganzen Garnison an Drachen, die dort auf einmal aufgetaucht ist und alles verwüstet hat. Die Neuigkeit ist mir schon bekannt. So was spricht sich schnell rum", meint sie und trinkt einen kleinen Schluck von ihrem Bier.
„Verständlich", murmele ich, auch ich trinke dann einen etwas größeren Schluck von meinem Bier.
„Säufst du eigentlich noch so viel wie früher? Ich muss schon sagen, als wir das letzte Mal gemeinsam was trinken waren, da hast du so einiges wegkippen können, und du hast noch aufrecht auf beiden Beinen stehen können. Mehr oder weniger...", fragt sie mich und gibt mir einen leichten Stups in die Seite.
„Was ist das bitte für ein Themenwechsel? Egal, nein, ich hab das mit dem Trinken etwas zurückgedreht. Zum einen, weil das mit den Kopfschmerzen auf die Dauer verdammt zäh wurde, zum anderen, weil ich zumindest ein bisschen versuchen will, ein Vorbild für ihn zu sein", antworte ich und deute zu Jin, der gerade dabei ist, sein Essen zu verdrücken. Es existiert noch ein weiterer Grund dafür, aber ich halte es unpassend, darüber zu sprechen, vor allem, da es nur Shelly und mich was angeht.
„Ah, verstehe. Noch eine Frage: Bleibt ihr die Nacht über hier oder geht ihr gleich weiter? Ich würde lieber hierbleiben, die Viecher da draußen sind 'ne Qual", schlägt Shelly vor.
„Wir wollten doch schon hier übernachten, oder?", fragt Jin nochmal zur Sicherheit.
„Wollten wir, ja. Aber, sag, Shelly... willst du nicht vielleicht mit uns reisen? Zu dritt wird die Reise in Anbetracht der Monster sicher leichter. Es sei denn, du hast schon was vor", frage ich sie, worauf sie zunächst ein eher nachdenkliches Gesicht auflegt. Bitte sag ja, bitte sag ja... ... oh Mann, Jaryl, das ist doch kein Heiratsantrag oder so, also reiß dich zusammen!
„Hm... warum nicht, wird sicher lustig", gibt sie mir endlich schulterzuckend als Antwort. Yay!! Moment, warum das Schulterzucken? Was soll das jetzt heißen? Hab ich sie irgendwie verärgert? Lieber nicht anmerken lassen, dass ich mir über so eine Kleinigkeit Gedanken mache, das führt nur zu peinlichen Fragen, und bei mir endet das immer in peinlichen Antworten.
„Sehr gut", sage ich lächelnd.
Danach vertreiben wir uns die Zeit mit einigen kleinen Gesprächen, ehe Jin und ich uns ein eigenes Zimmer mieten, wo wir die Nacht über bleiben. Nachdem das erledigt ist, schauen wir aber zuerst zu dem Raum, den Shelly sich hier für eine Nacht gemietet hat.
An sich ist es ein eher kleines Zimmer mit billiger Einrichtung, es befinden sich einzig und allein ein kleiner Kasten und ein Bett darin, durch ein einziges Fenster kann man aber nach draußen auf die anderen Häuser blicken. Alles in Allem doch sehr spärlich, nicht wahr?
„Also, viel Platz ist das nicht...", murmele ich skeptisch, als ich meinen Blick durch ihr Zimmer schweifen lasse.
„Ach wirklich?", antwortet sie sarkastisch meinem Kommentar.
„Ich mein' ja nur", gebe ich als eher schwache Begründung zurück.
„Egal, ich werd' mich jetzt dann mal in die Heia hauen. Morgen heißt es früh aufstehen, ihr zwei. Also Gute Nacht", sagt sie zu uns, ehe Shelly uns aus ihrem Zimmer scheucht und hinter uns zusperrt.
„Gute Nacht! Na dann, schauen wir uns mal unser Zimmer an", beschließe ich.
Dieses befindet sich unweit von dem von Shelly entfernt. Die Inneneinrichtung ist vergleichbar karg, nur mit dem Unterschied, dass sich hier zwei Betten befinden, diese aber an gegenüber liegenden Wänden stehen.
„Sie ist nett, ich mag sie", meint Jin, der sich schon in sein Bett legt und sich die Decke überzieht.
„Hehe, ja... wir haben früher vieles gemeinsam unternommen. Gut, zuerst war ich ja ein wenig skeptisch, weil sie von Anfang an schon so auf ‚Dicke Kumpels' gemacht hat, auch wo wir uns gerade das erste Mal getroffen haben. Aber nach einer Weile hab ich mich auch mit ihr angefreundet", erzähle ich ihm.
„Ah. Naja, gute Nacht, Jaryl!", beendet er das Gespräch und schließt die Augen.
„Gute Nacht, Kleiner", wünsche ich ihm auch, darauf lege ich meine beiden Gürtel ab und ziehe mir die Stiefel aus, dann lege auch ich mich schlafen.


Laute, panische Schreie und Kampfgeräusche dringen von draußen herein. Jin und ich wachen erschrocken auf.
„Jaryl, was ist los...?", fragt er ängstlich. Ich hab ja schon eine gewisse Ahnung...
„Warte...", flüstere ich ihm zu und blicke aus dem Fenster hinaus. Mein Verdacht bestätigt sich. Ganz Rotenfeld wird von einer Armee aus Drachen attackiert. Sie verbrennen Häuser und ermorden jeden, der es wagt, sich ihnen in den Weg zu stellen, oder der nicht rechtzeitig fliehen kann. Selbst vor Frauen und Kindern machen sie keinen Halt.
„Jin, wir müssen sofort abhauen. Schnell!", dränge ich ihn, er springt hektisch aus dem Bett.
„Sind das die Drachen?", fragt er erschrocken, darauf antworte ich mit einem stummen Nicken.
„N-nein...", haucht er zittrig.
Ich lege mir hastig meine beiden Gürtel an und ziehe mir meine Stiefel wieder an, auch halte ich mein Schwert griffbereit.
„Los", flüstere ich ihm zu, wir wollen unser Zimmer schon verlassen, da klopft jemand mit aller Kraft an der Tür.
„Jaryl, Jin, ich bin's, Shelly! Seid ihr etwa noch da drin???", hören wir Shelly von hinter der Tür rufen. Ich öffne schnell die Tür, sie eilt herein.
„Gott sei Dank, euch geht's gut... jetzt aber hurtig, wollt ihr etwa draufgehen??", drängt sie.
„Scheiße, hoffentlich überleben wir das hier...", knurre ich, als wir durch das ganze Gasthaus laufen, viele andere Leute sind auch schon auf der Flucht.
„Also, einen von denen können wir gemeinsam sicher erledigen, aber die ganze Armee auf keinen Fall", murmelt Shelly. Wir haben das Gasthaus mittlerweile schon verlassen, und laufen jetzt in Richtung Süden davon, auf die ganzen anderen Flüchtlinge schauen wir schon nicht mehr. Wir haben es geschafft, Rotenfeld zu verlassen, einen Grund zum Anhalten bietet uns das allerdings nicht.
„Na wen haben wir denn da...? Da will wohl jemand weglaufen", spricht ein Drache zu uns, der urplötzlich vor uns gelandet ist und uns den Weg abschneidet. Er trägt am ganzen Körper eine Eisenrüstung, die sehr schwer aussieht, ihm aber offensichtlich nichts auszumachen scheint, da er ja ohne Probleme fliegen kann. Soweit ich erkennen kann, hat dieser Drache rote Schuppen.
„Und? Was auch immer ihr vorhabt, wir haben nichts damit zu tun. Was soll dieses ganze Blutbad hier eigentlich?", frage ich den Drachen ruhig, auch wenn ich keine vernünftige Antwort von ihm erwarte und eigentlich nur versuche, einen Kampf so weit wie möglich hinauszuzögern.
„Unsere Pläne gehen euch haarigen Missgeburten nichts an. Sterben werdet ihr so oder so. Aber deinen Mut, oder vielleicht eher deine Dummheit, finde ich bewundernswert, dass du einfach so das Wort gegen uns zu erheben wagst", antwortet der Drache, was ich schon geahnt hatte. Meine rechte Hand wandert langsam zum Schwertgriff.
„Jin, versteck dich. Mama und Papa erledigen das schon", befiehlt Shelly Jin, der sich in der Nähe hinter einer zerstörten Wand versteckt und von dort weiter zusieht.
„Woher kommt dieser kleine Junge überhaupt? Ach, wie dem auch sei, er wird genauso sterben wie ihr, weil er es gewagt hat, ein Leben bei euch zu führen", knurrt der Drache.
„Jetzt halt' mal schön die Luft an, Flachwichser! Jin kann nichts dafür, wenn er von seinen leiblichen Eltern einfach in Stich gelassen wurde, deswegen hab ich ihn auch adoptiert! Und wenn hier jemand stirbt, dann wirst das wohl eher du sein!", drohe ich unserem Feind und ziehe mein Schwert.
„Dann wirst du der erste sein, der einen langsamen, qualvollen Tod erleiden wird! Und dann folgt der Junge!", brüllt der Drache, ehe er mit hoher Geschwindigkeit auf uns zu rauscht. Shelly und ich können gerade noch ausweichen, jetzt zieht auch sie ihren Säbel.
„Ich lenk' ihn ab, damit du zuschlagen kannst, ist das klar?", schlägt Shelly vor, ich stimme ihr mit einem Nicken zu.
Nun läuft sie auf den Drachen zu, der jetzt versucht, sie mit kräftigen Schlägen und heftigen Feuerstößen zu beharken. Sie schafft es, allen Attacken auszuweichen und selbst mit einigen gezielten Stichen ihres Säbels Schaden zwischen den Ritzen der Rüstung des Drachen anzurichten. Ich selbst folge darauf mit einem Angriff auf den Rücken des Drachens, der ja im Vergleich zum Rest des Körpers eher schwächer geschützt ist, und durch einen schnellen Schwung mit dem Schwert trenne ich ein großes Stück der Haut von den Flügeln ab.
„Du Missgeburt!", knurrt der Drache, er zuckt leicht vor Schmerz zusammen, als er sich hastig umdreht, mir, vermutlich nicht geplant, mit einer seiner Klauen schräg über meine Schnauze einen ziemlich großen Schnitt zufügt und mir einen blitzschnellen Kinnhaken verpasst, der mich nach hinten auf den Boden wirft.
„Das war ein Fehler!", ruft Shelly, als sie ihren Säbel mit einem kräftigen Stoß in den Rücken des Drachens sticht, der dadurch laut vor Schmerz aufbrüllt. Ich stehe hastig auf, den enormen Schmerz in meinem Unterkiefer sowie meiner Wunde ignorierend, und versuche, die Unterseite vom Maul des roten Drachen mit dem Schwert zu durchbohren.
Dieser kann sich blöderweise noch rechtzeitig wegdrehen und nimmt etwas Abstand von uns, Shellys Säbel bleibt in seinem Rücken feststecken. Sein Blut tropft nun auf den Boden, er fängt an, schwerer zu atmen.
„Verdammte Scheiße...", knurrt Shelly, da sie so ihre einzige Angriffsmöglichkeit verloren hat.
„Wir haben's gleich geschafft, also jetzt nicht aufgeben", knurre ich, mehr schlecht als recht, da mir mein Unterkiefer wegen dem Kinnhaken immer noch höllisch schmerzt. Auch rinnt natürlich Blut aus der Schnittwunde an meiner Schnauze, was ich im Eifer des Gefechts nur mal wegwische, ich werde mich nachher ordentlich darum kümmern kann.
Der Drache reicht nach hinten zu seinem Rücken, um den Säbel rauszuziehen, was allerdings nicht funktioniert, da er wegen den Schmerzen schon so entkräftet ist. Das scheint ihn jedoch nicht davon abzuhalten, einen erneuten Angriffsversuch mit seinem Feueratem zu starten. Er speit in kurzen Abständen Feuerbälle auf uns, denen wir aber recht leicht entgehen können.
„Pass du auf Jin auf, unter diesen Umständen schaff ich den alleine", befehle ich Shelly, als unser Gegner außer Puste ist und mit den Feuerbällen aufhört.
„Okay. Dass du mir aber ja nicht stirbst!", stimmt sie mir zu, bevor sie zu Jins Versteck läuft.
„Ich doch nicht!", rufe ich ihr noch nach, dann laufe ich auf den Drachen zu, der sich mittlerweile so ansatzweise gefangen hat und wieder Feuerbälle spuckt.
Kurz bevor ich mit dem Schwert zustechen kann, rauscht urplötzlich ein anderer Drache heran, der den, gegen den wir gerade kämpfen, zu Boden reißt.
„Whoah, Scheiße!!! Was... aus welchem Arsch kommst du bitte gekrochen!?!", brülle ich überrascht auf, ich kann mich kaum noch aufrecht halten, da mir ja mein Ziel regelrecht vor der Nase weggeschnappt worden ist und da natürlich der ganze Schwung im Angriff auch noch steckt.
Der andere gibt mir natürlich keine Antwort, er ist hingegen damit beschäftigt, den roten Drachen zu Tode zu prügeln, warum auch immer. Entweder ist er ein Deserteur, oder ein eingeschleuster Spion eines anderen Drachenklans...
Bezüglich der Ausrüstung trägt der andere Drache, der sich hier so abrupt in den Kampf eingemischt hat, fast dieselbe Rüstung wie der rote, sie sieht nur etwas elaborierter und von besserer Qualität aus, auch ist die Schuppenfarbe des Drachens selber ein helles Blau, von seinem Unterkiefer bis hin zu seinem Schweif hin sind die Schuppen aber weiß, genauso wie die Innenhaut an seinen Flügeln.
Shelly und Jin laufen zu mir, sie sehen ebenfalls sehr irritiert drein.
„Was zur Hölle...?", ist das einzige, was Shelly momentan dazu sagen kann. Dann blickt sie kurz zu mir und bemerkt das Blut und die Wunde, und reißt sofort ein kleines Stück ihres Hemdes ab, um zumindest ein bisschen zu versuchen, die Blutung zu stoppen.
„Oh Mann, nicht dass du mir verblutest...", murmelt sie kopfschüttelnd, als sie mir den Stofffetzen auf die Schnittwunde drückt.
„Hey, ihr da!", ruft der blaue Drache uns zu, als er dem roten zum krönenden Abschluss noch das Genick bricht, das dadurch resultierende Geräusch kann man ja gar nicht verkennen. Außerdem hängt der Kopf von dem roten Drachenkerl jetzt in einem solchen Winkel, der ganz und gar nicht normal ist, also ja, er ist jetzt definitiv tot. Ich festige meinen Griff an meiner Waffe, aber das einzige, was unser ‚Helfer' jetzt macht, ist den Säbel von Shelly aus dem Rücken des roten Drachen zu ziehen und ihn ihr zuzuwerfen, er landet direkt vor ihren Füßen.
„Wird er uns angreifen...?", fragt Jin nervös, Shelly hebt währenddessen ihre Waffe auf.
„Ist was? Wollt ihr hier Wurzeln schlagen und vielleicht doch von den anderen getötet werden? Alle kann ich uns nicht vom Hals schaffen, also los jetzt, weg hier!", drängt der blaue Drache, er stapft zu uns hin, ich nehme instinktiv eine Kampfposition ein.
„Stell' dich nicht so an, Rotauge, ich tu euch nichts, ansonsten hätte ich euch ja nicht geholfen, oder?", meint der Drache leicht amüsiert, als er uns zum Weiterlaufen drängt. Gut, da hat er ja Recht, aber ich trau dem Braten trotzdem nicht...
„Mag schon sein, aber wer zum Teufel bist du, und wenn du offensichtlich nicht auf der Seite von den Angreifern dort bist, wem gehörst du bitte dann an?", frage ich misstrauisch, als wir alle nach Richtung Süden davonlaufen, Jin trage ich aber, da er ansonsten nicht mit uns gleichauf bleiben kann. Wir alle halten uns schön hinter dem blauen Drachen, um ihn im Auge behalten zu können.
„Ich heiße Nathan. Mir geht die ganze Sache von den anderen schon die ganze Zeit gegen den Strich, da wollte ich eben nicht mehr mitspielen", erklärt uns Nathan, der blaue Drache, in einem eher beiläufigen Ton. Entweder verarscht der uns, oder der nimmt die Sache nicht sonderlich ernst, so ganz kann ich mir bei dem nicht wirklich einen Reim draus machen.
„Scheiße, die fliegen jetzt über der Stadt. Die dürfen uns nicht sehen", bemerkt Shelly, als sie kurz einen Blick zurück nach Rotenfeld wirft, scheinbar hat der Rest der Drachen ihre Aufgabe dort schon erledigt und kreisen jetzt noch über der Stadt.
„Soweit ich weiß, ist in der Nähe ein kleiner Wald, dort können wir uns kurz verstecken", merke ich an. Ich hoffe, dass mir da jetzt mein Gedächtnis keinen Streich spielt, denn einfach so kurz auf die Karte blicken kann ich ja jetzt wohl kaum.
„Stimmt, dort vorn, das meinst du, oder?", fragt Jin, als er etwas weiter nach rechts von uns deutet, wo sich tatsächlich recht viele Bäume am Fuße eines Berges befinden. Von der Anzahl her kann man das schon als Wald bezeichnen, und von der Dichte her, wie sie aneinander stehen, dürften sie uns sicherlich ausreichend bedeckt halten, also laufen wir darauf zu um uns zu verstecken.


„Sie sind weg...", murmele ich, als ich mich vorsichtig aus dem Wald herauslehne und meinen Blick herumschweifen lasse. Über Rotenfeld und im sonstigen Umkreis fliegt kein Drache mehr herum, lediglich der Rauch von den vielen verbrannten Häusern steigt von den Überresten der Stadt empor. Die Schnittwunde an meiner Schnauze haben wir übrigens auch mehr oder weniger ausreichend verarztet, zumindest kommt da jetzt bedeutend weniger Blut raus. Mit der Zeit wird das aber auch sicher bald weg sein, nur die daraus resultierende Narbe krieg ich nie mehr weg. Naja, davon mal abgesehen, weh tut's immer noch, aber da heißt es Zähne zusammenbeißen und durch.
„W-was sollen wir jetzt machen...?", fragt Jin nervös, der sich an den Wurzeln eines großen Baumes zusammengekauert hat.
„Na ganz einfach: Wir bringen ihren Plan zum Stillstand", antwortet Nathan unverblümt.
„Und wie gedenkt der gute Herr, das hinzukriegen??? Wir konnten gerademal einen von denen töten! Wie sollen wir vier etwas gegen eine ganze Armee ausrichten??", blafft Shelly ihn völlig aufgebracht an.
„Na ganz einfach, mal wieder: Wir töten den König des Drachenklans. Ist doch nix dabei, oder?", gibt er lediglich als weitere Antwort.
„Aber sonst geht's dir noch gut, oder?", kommentiert sie seinen Vorschlag baff.
„Shelly, beruhig dich. Gut, Nathans Plan ist komplett verrückt, vor allem, wenn man in Betracht zieht, dass wir nur zu viert sind, und ein König normalerweise viele Wachen um sich herum hat und höchstwahrscheinlich ebenfalls verdammt stark sein dürfte. Aber das heißt jetzt nicht, dass wir die Panik kriegen sollen", versuche ich, Shelly zu beruhigen. Dabei gehen mir gerade selbst sehr viele Zweifel durch den Kopf...
„Ach komm', halt's Maul...", knurrt sie jetzt hingegen mich an.
„Nicht streiten! Bitte...", ruft Jin besorgt.
„Was der Kleine sagt. So, aber irgendwas müssen wir machen. Ich glaub' ja nicht, dass ihr wollt, dass die anderen Pelzleute weiter umgebracht werden sollen, oder?", wirft Nathan schulterzuckend ein.
„Ja, ist gut, schon klar...", seufzt Shelly bedrückt.
„Was genau ist eigentlich euer Plan? Gut, das offensichtliche hier ist, dass euer Klan mehr Land gewinnen will, indem ihr Gewalt verwendet. Da steckt aber garantiert noch mehr dahinter, stimmt's?", frage ich Nathan. Bei ihm stellt sich natürlich noch immer die Frage, ob wir ihm überhaupt trauen können. Auch wenn er uns schlussendlich vorhin im Kampf geholfen hat, warum genau auch immer...
„So ziemlich, ja. Diese ganze Aktion ist dazu da, sämtliche anderen Rassen hier auszurotten, da unsre Obrigkeit irgendwie der fixen Meinung ist, dass sie ‚unrein' seien, und deswegen alle getötet werden müssen. Keine Ahnung, woher er auf einmal mit der Idee kam, aber vor ein paar Wochen hab ich mitbekommen, wie er und ein paar wenige Vertraute von ihm mit einigen anderen Leuten gesprochen haben, und die waren ganz sicher keine Drachen oder Katzen, Wölfe oder anderes vergleichbares. Haben nur am Kopf Haare gehabt und trugen komische Kleidungen, sie sahen sehr seltsam aus. Waffen haben sie auch alle bei sich gehabt, allerdings kann ich dir nicht sagen, was für welche das genau waren, da ich solche noch nie in meinem Leben gesehen hatte", erzählt Nathan, selbst er wirkt bei dieser Erzählung ziemlich verstört.
„... Worüber genau haben sie gesprochen?", frage ich beunruhigt weiter.
„Naja, es waren strategische Besprechungen, wie man sie eben im Krieg so hat. Zwischendurch ging es auch um ein Experiment, und um etwas namens ‚Bio-Waffe', dass diese ‚unter kleinen Schwierigkeiten zu leiden scheint'. Keine Ahnung, was dieses ‚Bio' aussagen soll, gefährlich klingt's aber trotzdem", erzählt er weiter.
„Stimmt... jedenfalls, was ist jetzt ihr nächstes Ziel?", frage ich weiter.
„Jetzt haben sie vor, Eisenheim einen Besuch abzustatten. Da kommen wir im Leben nie rechtzeitig an, deswegen schlage ich ja vor, dass wir uns eben um den König höchstpersönlich kümmern. Wenn der mal tot ist, übernehme einfach ich das Kommando und bringe diese ganze Sache zum Stillstand", meint Nathan.
„Bleibt uns wohl nichts anderes übrig. Wir können wohl kaum eine eigene Armee gründen, denn je mehr Zeit wir verscheißen, umso mehr Leute werden umgebracht. Gut, dann werden wir wohl oder übel zum Hauptquartier der Drachen aufbrechen müssen", bestimme ich beunruhigt. Auch wenn ich glaube, dass es sicher eine weitaus schlauere Methode gäbe, diese Sache anzugehen, fällt mir blöderweise keine ein. Mir bereitet jedenfalls der Gedanke daran, gegen den Anführer des Drachen-Klans und seine Vertrauten zu kämpfen, verdammt viel Unbehagen. Vor allem, da Nathan das mit der Bewaffnung der Kerle erzählt hat, wo wir uns jetzt natürlich kaum darauf vorbereiten können, was genau sie gegen uns verwenden werden.
„Ich hab trotzdem meine Zweifel an der ganzen Sache... ach, scheiß drauf, ich bin dabei", meint Shelly, mehr oder weniger widerwillig.
„Ich will auch mitmachen! Ich will nicht, dass jeder stirbt!", ruft Jin eifrig.
„Du bist zu jung...", will ich schon anfangen, da fällt mir Nathan ins Wort: „Rotauge, lass ihn einfach mitmachen. Je früher er lernt, auf sich selbst aufzupassen, umso besser. Außerdem scheint mir der Kleine ein ganz aufgeweckter zu sein, so schnell wird der schon nicht draufgehen"
Ich blicke zwischen Jin und Nathan hin und her, ehe ich widerwillig antworte: „Na gut... und wo sollten wir ihn sonst abliefern, bald wird hier ja effektiv nichts mehr sicher sein"
„Yaaaay, danke Jaryl!", ruft Jin, vor Freude hüpfend. Diese Freude wird ihm aber bald vergehen, befürchte ich...
:iconjarylgaren:
Well, well, guys, I thought I would upload a preview of what I have from the prologue of a story I'm obviously writing. It's in german (as if the title isn't a giveaway of that), so I guess many of you won't be able to read it. :/ Maybe with a translater from the internet, like Google Translate or whatnot, but I don't think that this will be the very best option. :/ Oh well, I hope that anyone who can read and understand german would be interested in my little project.

Anyways, some of you might already know that I previously wrote on another story, simply titled 'Dangerous Detour'. Well, you can view this as a sequel, but I'm currently unsure if I should continue with Dangerous Detour or if I should just ditch it, because I'm not really happy with how things went there.

I've updated it, now you can read a bit more from the prologue.

There's also a TV Tropes-page already: [link]

Jaryl Garen, Jin and everything else © by me
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:iconsoul-drive:
Mood: Wow! =Soul-Drive Feb 29, 2012  Student General Artist
Germany seems really hard, but i've tried to learn it at school. It's the 3rd hardest. But for me, Mandarin and Korean are the worst for me :O

I wanna know what you write there. Looks like i need Google Translate's Help :o

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I want to change Indonesia with my film someday!
That's my DREAM!
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:iconjarylgaren:
*JarylGaren Feb 29, 2012  Hobbyist Writer
Yeah, Mandarin and Korean look really hard to learn. ^^"

I'm planning to translate my story into english once I have much more of it. But for the time being, Google Translate seems to be the only real alternative, yeah. :/
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:iconsoul-drive:
=Soul-Drive Mar 3, 2012  Student General Artist
if you have time, how about making it as a comic? :D

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Reply
:iconjarylgaren:
*JarylGaren Mar 4, 2012  Hobbyist Writer
I'd really like to, but I can't draw. ^^" That wouldn't do it any justice, I think. And though I found one artist here who said he would be interested in illustrating the story (namely :iconsiekfried: ), he doesn't do comics, either as commissions or for illustrating a story (as far as I know), and I still have to write much more and do much more worldbuilding. ^^"
Reply
:iconsoul-drive:
=Soul-Drive Mar 5, 2012  Student General Artist
Woah, i think i should train my drawing skills first :D

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:iconjarylgaren:
*JarylGaren Mar 5, 2012  Hobbyist Writer
Hehe. ^^
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:iconandyburgos:
uhh what did you say about this stories man?

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i got trumblr here [link]
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:iconjarylgaren:
*JarylGaren Feb 21, 2012  Hobbyist Writer
Well, I'm writing them in German, and they're about the characters I'm commissioning the pictures about.
Reply
:iconandyburgos:
can you put that in English man?

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:iconjarylgaren:
*JarylGaren Feb 21, 2012  Hobbyist Writer
I'll try to. ^^ That takes a while, though.
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